Vereinsgeschichte des VfL 05 Aachen, die ständig überarbeitet wird

Entstehung des Vereins und die weitere Entwicklung

 

Die Vereinsgeschichte

 
"Wenn Menschen Spiel und Sport betreiben, nähern sie sich wieder der urwüchsigen Naturkraft" 
 
Ein Jubiläum ist stets Anlass, es festlich zu begehen. Chronistenpflicht ist es, zurück in die Vergangenheit zu blicken und die Vereinsgeschichte im Zeitraffer Revue passieren zu lassen. 110 Jahre mit reichhaltigen Erlebnissen, mit großen Irrungen und Wirrungen - denkt man nur an zwei Weltkriege. Trotz der damit verbundenen furchtbaren Not und vieler Entbehrungen konnte der Fortbestand unseres Vereins bis in die heutige schnelllebige und extrem nicht immer vorteilhaft technisierte Zeit dank vieler verantwortungsbewusster Vereinsmitglieder garantiert werden. Die Vereinsgeschichte berichtet zunächst von zwei verschiedenen Gründungsvereinen.

 

1. Der Verein Porcetia

Am 2. April 1905 wurde von Mitgliedern des Burtscheider Turnvereins der Fußballverein "Porcetia" gegründet. Die Gründungsveranstaltung fand auf Gut Heidchen (Siegel) statt und Herr Amian wurde zum Vorsitzenden gewählt. Als erster Sportplatz diente eine Wiese auf Gut Heidchen. Vierzehn Tage nach der Gründung wurde bereits das erste Wettkampfspiel ausgetragen. Schon in den Anfängen wurde eine Jugendabteilung aus der Taufe gehoben. 1906 wurde durch Bemühungen von Herrn Wienen dem Verein der Spielplatz am Neuenhof von der Stadtverwaltung zugeteilt. Hier blieb der Verein bis nach dem 1. Weltkrieg ansässig. Die geselligen Veranstaltungen fanden im ersten Vereinslokal "Zur Jagd" in Burtscheid statt. 1907 trat man dem Rhein.-Westf. Spielverband (dem heutigen WFV) bei. Zu Beginn des Jahres 1909 vereinigten sich die Vereine Porcetia und der Aachener Ballspielclub unter Beibehaltung des Namens Porcetia. Über die anfängliche Zugehörigkeit zur C - Klasse wurde der Aufstieg in die B - Klasse geschafft. 1913 wurde der Aufstieg in die A - Klasse im Spiel gegen Alemannia Lendersdorf knapp verpasst. In den Jahren bis 1913 pflegte die Porcetia sportliche Verbindungen zu einigen belgischen Vereinen ( Lüttich, Dolhain, Verviers, Tirlemont, Theux u. Pepinster). Trotz der Kriegswirren zwischen 1914 - 1918 gelang es einigen Sportkameraden in anerkennender Weise, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Der bis dahin in zwei Klassen spielende Bezirk Aachen-Düren reduzierte sich auf eine Spielklasse, in der folgende Vereine spielten: Verein für Jugend- u. Volksspiele Düren, Germania Düren, Spielverein Düren, Alemannia Aachen, Viktoria Aachen und Porcetia Aachen. Nach Kriegsende 1918 nahm die Sportbewegung überall einen ungeahnten Aufschwung. Bei der Jahreshauptversammlung 1919 gab sich die Porcetia den neuen Vereinsnamen "Aachener Fußballverein 1905" und wurde so in das Vereinsregister eingetragen. Im Mai 1920 kommt der Zusammenschluss der beiden Vereine "Aachener Fußballverein 1905" (ehem. Porcetia) und dem "Verein für Rasenspiele 1907" (ehem. FC Hohenzollern Aachen) zustande. Vorsitzende waren bis zur Vereinigung am 20.5.1920 in Reihenfolge die Herren Amian, Venrath, Keldenich, Dreuw, Kousen, Bertram und Winzen zusammen mit Blumenthal.

 

2. Der Verein FC Hohenzollern Aachen

Anfang 1907 gründeten in Burtscheid einige Schüler der höheren Lehranstalt (Gymnasium) eine Fussball-Schülermannschaft mit dem Namen FC Hohenzollern Aachen. Der Verein nahm in kürzester Zeit einen guten Aufschwung, so dass schon bald eine 2. Mannschaft gebildet wurde. Zu dieser Zeit wurden die heute noch gültigen Vereinsfarben Schwarz und Weiß festgelegt. 1908 wurden etliche neue Seniorenspieler aufgenommen, wodurch eine größere Spielstärke erreicht wurde. Allein die Sportplatzfrage bereitete dem Club große Schwierigkeiten. Da es nur einige wenige städtische Plätze gab, benutzte man bis zum 1. Weltkrieg meist private Wiesen (z.B. Platz vor dem Restaurant Kuhscheid, Wiese vor dem Waldkaffee Siegel, Wiese am Soerser Weg Turnierplatz, Wiese Dannhausen Krefelderstr., Wiese am Buschhauser Weg und Spielplatz Hörn). 1909 erfolgte die Aufnahme in den Westf. Spielverband (heute WFV). In den ersten Jahren spielte der Verein in der 3. Klasse und errang in der Spielzeit 1911/12 die Gruppenmeisterschaft, wodurch man in die 2. Klasse aufstieg. Außer an die vielen Meisterschaftsspiele sei auch an freundschaftliche Treffen erinnert. Bei einem 1912 in Heerlen ausgetragen "Preisfussballmatch" erreichte die 1. Mannschaft den ersten Ehrenpreis vor Aachener, belgischen und holländischen Mannschaften. 1913 siegte die 1. Mannschaft bei einem Turnier in Kerkrade, wo so namhafte Mannschaften wie Porcetia Aachen, Rhenania Würselen, Gron-Witt Valkenburg, Exelsior Hasselt und Alemannia Aachen, die im Endspiel 3:0 besiegt wurden, teilnahmen. Trotz gänzlich fehlender Trainingsmöglichkeiten konnten einige Mitglieder eine kleine Leichtathletikabteilung aufbauen. Nach langem Suchen wurde mit dem Restaurant Josef Strick auf dem Krugenofen das erste Vereinslokal gefunden. Bevor man nach dem Krieg das Hotel- Restaurant "Panes" als Vereinslokal hatte, war der Verein zwischenzeitlich im Hotel- Restaurant "Drei Monarchen" beheimatet. Neben der dominierenden Fußballabteilung hatte der Verein eine Gesangsabteilung, einen Kegelklub, eine Wanderabteilung und eine Schachgruppe. Der ausbrechende 1. Weltkrieg bescherte dem Vereinsleben ein jähes Ende. Bis Anfang 1915 wurden fast alle Mitglieder zum Heeresdienst einberufen. Nach dem Krieg lebte die Vereinstätigkeit langsam wieder auf. Durch die politischen Umwälzungen gab sich der FC Hohenzollern Aachen den neuen Vereinsnamen Verein für Rasenspiele 07 Aachen und trug sich so ins Vereinsregister ein. Der Verein nahm die Spiele in der 2. Klasse wieder auf, die auf Siegel ausgetragen wurden. Schon 1919 überdachte der Vorstand des VfR 07 eine Verschmelzung mit einem anderen Verein und am 20. Mai 1920 kam es zum Zusammenschluss des VfR 07 mit dem Aachener Fußballverein 1905 unter Beibehaltung dieses Namens und der schwarzweissen Tracht des VfR 07. Vorsitzende waren bis zur Vereinigung die Herren Hannen, Linke, Bohlen, Decker, Franzen, van Heiss und Winand.

 

3. Nach der Vereinigung

   

Wegen des großen Aufschwungs des Fussballsportes im hiesigen Verbandsgebiet wurde der Verein durch eine erfolgte Neueinteilung der Kreisliga zugeteilt. Die 1. Mannschaft spielte in dieser Klasse ganz gut mit, konnte aber einen erhofften Aufstieg nicht erreichen. Ein triftiger Grund hierfür war sicherlich, dass dem Verein kein geeigneter Sportplatz für das Training und für die Meisterschaftsspiele zur Verfügung stand. Erst als unserem Verein die neu geschaffene Platzanlage am Hangeweiher seitens der Stadtverwaltung für den Spielbetrieb überlassen wurde, konnte die Spielstärke optimiert werden. An dieser Stelle ist erwähnenswert, dass auf dem Hangeweiher-Sportplatz zum ersten Mal in Aachen die Mannschaft von Schalke 04 gegen unsere 1. Mannschaft antrat. Obwohl der VfL 05 mit 4:0 verlor, war es ein Großereignis für Aachen da in der Schalker Mannschaft zwei junge Spieler mit Namen Kuzorra und Szepan mitspielten, die später über Deutschlands Grenzen hinaus unter dem Begriff Schalker-Kreisel sehr bekannt wurden. Heimisch fühlten sich die Sportler unseres Vereins auf dem Sportplatz Hangeweiher nicht. Der Wunsch nach einer eigenen Anlage in Burtscheid ging den Vereinsverantwortlichen nicht mehr aus dem Kopf. Es ergaben sich in der Folgezeit mehrere Möglichkeiten an ein geeignetes Gelände zu kommen, aber leider zerplatzten alle großen Hoffnungen wie Seifenblasen.

Eines Tages trugen die vielen Bemühungen Früchte, da nach Beschluss der Stadtverordneten - Versammlung dem Verein ein Gelände an der unteren Eupener Str. - Steinebrück zur Pacht angeboten wurde. Gerne nahm der VfL 05 dieses Geschenk an. Im Spätsommer 1926 konnte der erste Spatenstich auf Steinebrück getan werden. Von diesem Tag an waren fast vier Jahre harter Arbeit nötig, um den Sportplatz Steinebrück, eine der schönsten Sportstätten Aachens, bis zur Platzeröffnung anlässlich des 25jährigen Bestehens des Vereins am 25. Mai 1930 fertigzustellen. 3000 Meter Drainage mussten verlegt werden, um das Sumpfgelände trockenzulegen. Über 10.000 freiwillige Arbeitsstunden wurden von den Vereinsmitgliedern geleistet, ehe der Platz seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Die Platzeinweihung bzw. Eröffnungsfeier gestaltete sich zu einem großartigen sportlichen Ereignis.

Der Ausbruch des Krieges 1939 bescherte allen Menschen, so auch den Sportlern unseres Vereins, schwere und schicksalhafte Jahre. Trotz allem wurde der Spielbetrieb durch etliche Fliegeralarme und Bombenangriffe in den ganzen Kriegsjahren aufrechterhalten. So blieb es 1941 unserer 1. Mannschaft vorbehalten, die Stadtmeisterschaft zu erringen. Anton Dammers, schon seit vielen Jahren die Seele des Vereins, stellte 1942 eine Jugendmannschaft zusammen, die bei einem großen Turnier in Kelmis den Turniersieg erringen konnte. Im Herbst 1945 stellte man dann fest, dass der Verein durch den Krieg nicht nur viele Vereinsmitglieder verloren hatte, sondern auch, dass sämtliche Unterlagen aus der Vergangenheit sowie das Inventar (Trikots, Schuhe usw.) ein Raub der Flammen und Bomben geworden waren. Etliche damalige Sportler und Funktionäre wie die Herren Dammers und Klinkenberg bewiesen Kameradschaftsgeist und Idealismus und schafften ob ihrer Verbundenheit mit dem VfL 05 einen Wiederaufbau des Vereins. So waren vor allem die Aktiven froh, dass aus amerikanischen Mehlsäcken neue Trikots angefertigt wurden. In dieser schwierigen Nachkriegszeit wurde 1946 mit dem “Burtscheider Turnverein 1873” eine Sportgemeinschaft der Fußballabteilungen geschlossen. Aus dieser Sportgemeinschaft resultierte dann am 11.09.1946 der Zusammenschluss beider Vereine unter dem Kurznamen B.T.V. / 05. Im Jahr der Währungsreform (1948) machten sich beide Vereine wieder selbständig. Unser Verein erhielt die Zugehörigkeit zur 1. Kreisklasse. In der Saison 1950/51 umkreiste das Abstiegsgespenst den Sportplatz Steinebrück und am Ende dieser Spielzeit musste man den bitteren Weg in die 2. Kreisklasse gehen. Der angepeilte Wiederaufstieg wurde in der Spielzeit 1952/53, nachdem man Merkstein hinter sich lassen konnte, unter Führung des Mannschaftskapitäns Michel Schorn geschafft.

Am 13.06.1953 wurde eine Aufstiegsfeier im Waldrestaurant Siegel abgehalten. Neben der Gruppenmeisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg wurde durch die gewonnenen Spiele gegen Armada Würselen und Eintracht Kornelimünster auch noch die Kreismeisterschaft errungen. Ein Foto der erfolgreichen Mannschaft ist in der Navigation unter "alte Fotos" zu finden.

 

Im Jahr 1955 feierte der Verein sein goldenes Vereinsjubiläum als einer der ältesten Sportvereine Aachens unter dem Vorsitz von P. Klinkenberg.

An dieser Stelle weist die Chronik eine Lücke von einigen Jahren auf, deshalb sei hier einmal erwähnt, dass der VfL 05 Aachen neben seiner Fußballabteilung in den Vereinsanfängen über einige Jahre eine Leichtathletikabteilung und in den dreißiger Jahren eine Handballabteilung führte. Selbstverständlich wurde die Jugendabteilung sehr früh aus der Taufe gehoben, und mehrere Altersklassen nahmen regelmäßig an den Meisterschaftsspielen teil. 

Ein erneuter Abstieg der 1. Mannschaft in die 2. Kreisklasse ist mit seiner genauen Jahreszahl nicht mehr zu belegen. In der Saison 1960/61 jedoch vermeldet unser Verein die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Wiederum entsteht eine 10-jährige Geschichtslücke, aus der nur ein erneuter Abstieg imJahr 1963 zu Buche steht.

Meistermannschaft 1972: Hatte man bis dato Übungsleiter, die für die konditionellen und taktischen Anweisungen der Mannschaft zuständig waren, so wurde für die Spielzeit 1971/72 erstmals ein lizenzierter Trainer verpflichtet, der für ein Honorar den Trainings- und Spielbetrieb der 1. Mannschaft leitete. Der erste “Angestellte” des Vereins wurde Helmut Bensch, der in der zurückliegenden Saison mit dem SV Horbach aufgestiegen war. Als Meistermacher wurde er für den VfL 05 verpflichtet, und alle in ihn gesetzten Erwartungen wurden mit dem Aufstieg in die 1. Kreisklasse erfüllt.

Die Ära eines angestellten Trainers war angebrochen und hält bis heute an. Einige Trainernamen rufen bestimmt bei dem ein oder anderen ehemaligen Spieler angenehme oder auch unangenehme Erinnerungen wach - Günther Gier, Klaus Lüttgens, Horst Janzik, Manfred Frank, Achim Langenohl, Hans Pieper, Adi Künzeler, Bernhard Höhne, Udo Sieger, Josef Pennings, Marek Abraham und Leo Pennings.  Außerdem hatte 1974 Otto Schaefer als 1. Vorsitzender die Leitung der Geschicke des Vereins von Karl Müller, der bereits seit 1957 Vorstandsmitglied und aktuell Vorsitzender war, übernommen. In der Saison 1984/85 schaffte eine sehr starke A-Jugendmannschaft unseres Vereins die Meisterschaft in ihrer Gruppe. In den anschließenden Qualifikationsspielen wurde der Aufstieg in die Leistungsgruppe leider nicht geschafft. Zu dieser Zeit blühte die Jugendabteilung. Jeweils eine A-, C-, D- und E- Jugendmannschaft nahm an Meisterschaftsspielen teil. Nach einigen Jahren der Zweitklassigkeit erspielte und erkämpfte sich eine starke 1. Mannschaft in der Spielzeit 1987/88 die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Kreisliga A, wie diese Klasse mittlerweile hieß. Der Lohn des Erreichten war eine Saisonabschlussfahrt nach Arenal (Mallorca), die natürlich bei allen Beteiligten großen Anklang fand. Trotz der errungenen Meisterschaft trennte sich der Verein nach dreijähriger Zusammenarbeit von Trainer Hans Pieper und verpflichtete mit Adi Künzeler einen sehr guten Trainer, der in seiner drei Jahre währenden Amtszeit das Flaggschiff unseres Vereins, die 1. Mannschaft, in der zweiten Spielzeit sogar zur Vizemeisterschaft führte. Hätte man kurz vor Saisonende gegen den späteren Bezirksligaaufsteiger Rhenannia Eschweiler nicht 1:0 verloren, hätten vielleicht wieder die Meisterglocken auf Steinebrück geläutet. Bernhard Höhne, ein Kämpfer aus der Meistermannschaft 1971/72, übernahm den Trainerposten 1991. Leider verließen uns vor Saisonbeginn einige Stammspieler oder hörten aus Altersgründen mit dem aktiven Fußballspiel auf. Den gewaltigen Aderlass konnten die nachrückenden jungen, noch relativ unerfahrenen Spieler aus der 2. Mannschaft nicht kompensieren, so dass wir schon sehr früh ans Tabellenende rutschten und der Abstieg schnell besiegelt war. Trotzdem ließen sich der Trainer, die Spieler und auch die Verantwortlichen nicht verrückt machen, denn man wusste ja aus der Vorgeschichte, dass auch in dieser Klasse Fußball gespielt wurde. In den drei Jahren hat die Mannschaft immer bis kurz vor Ende der Spielzeiten um den Meistertitel mitgespielt. Dieses Schicksal teilte Eintracht Verlautenheide mit uns. Sie wurden allerdings 1994 Meister unserer Gruppe. Das wiederum veranlasste Otto Schaefer und Peter Stüttgen, den Meistermacher von Verlautenheide, Udo Sieger, der in seiner aktiven Zeit Torwart in unserem Verein war, nach Steinebrück zu holen. In der Saison 1995/96 saß mit Josef Pennings wieder ein ehemaliger Spieler auf der Trainerbank. In dieser Saison wurden viele Hoffnungen geschürt, vielleicht den Aufstieg zu schaffen, da der Verein sein 90. Bestehen feierte.

Eine große Sportwoche mit Ausrichtung der Burtscheider Stadtteilmeisterschaft wurde im August 1995 durchgeführt. Eine Burtscheider Auswahlmannschaft wurde nach einer Idee von Peter Stüttgen aus allen Burtscheider Vereinen zusammengestellt. Gute Beziehungen zu Edgar Hausen führten dazu, gegen die Verbandsligamannschaft von Borussia Brand antreten zu können. Ein Großaufgebot an Zuschauern strömte nach Steinebrück und Getränke- und Grillgutstand hatten großen Zulauf. Aus sportlicher Sicht war es für die unterklassigen Akteure, deren Kapitän Burkhard Altenbernd war, eine fußballerische Lehrstunde, da man 7:0 verlor.

Der große Festabend wurde am 7.10.95 in den Burtscheider Kurparkterrassen mit über 200 Gästen gebührend gefeiert. Ein buntes Programm mit dem Trio "Josef, Jupp und Jüppchen", dem varietistischen Kabarett "Duo Naseweis", der spanischen Flamencogruppe "Juventus Alegre" und der Tanz- und Unterhaltungskapelle "Original Vichtbachtaler" sorgte für eine lange 05-Nacht und fröhliche Stimmung unter den anwesenden Gästen.

Für den neuen Trainer stand ein Neuanfang an, da wieder einmal große Teile der alten Mannschaft den Verein verlassen hatten. Dank Georg Ortmanns wurden viele neue Spieler nach Burtscheid gelotst, die wie in alten Zeiten auch über den Sportplatz hinaus eine gut befreundete Einheit bildeten. Entgegen Unkenrufen aus dem Umfeld, wo nach verkorkster Vorbereitung schon vom Abstieg geredet wurde, entwickelte sich diese Mannschaft sehr gut und erreichte am Ende der Runde einen zufriedenstellenden fünften Platz. Unmut gab es allerdings auf Grund des Luxusproblems, dass zu viele Spieler zur Verfügung standen. Eine Situation, der letztendlich der Trainer nach nur einem Jahr zum Opfer viel. Allerdings hatte eine seiner Neuerungen lange Bestand: das von ihm eingeführte Stadionheft.

Bereits Mitte der Saison am 26.1.96 wurde die turnusmäßige Jahreshauptversammlung abgehalten. Auf dieser Vollversammlung sollte einiges passieren, was jedoch ein Teil der Vorständler im Vorfeld bereits aufbereitet hatte. An diesem Abend ging eine große Ära zu Ende. Otto Schaefer, der fast ein Vierteljahrhundert die Geschicke des VfL 05 als Vorsitzender prägend geführt hatte, ging von Bord. Bei den anwesenden Mitgliedern kam schon etwas Wehmut auf, als er der Versammlung und seinem Vorstand für viele treue Jahre dankte und sich nicht mehr zur Neuwahl zur Verfügung stellte. Sein ausdrücklicher Wunsch, dass Peter Stüttgen, bis dahin Geschäftsführer, sein Nachfolger werden sollte, war vorab besprochen worden. Außerdem wurden noch sieben neue Gesichter in den Vorstand gewählt, größtenteils Weggefährten Peter Stüttgens aus der Alt-Herren-Mannschaft wie z.B. Dieter Lambertz, Günter Neumann, Richard Schorn.

Josef Pennings' Nachfolger Marek Abraham war der erste diplomierte Fußballlehrer des Vereins. Auch mit ihm folgten zwei erfolgreiche Jahre, in denen die Mannschaft oben mitspielte und zeitweilig vom Aufstieg träumte, am Ende jedoch knapp scheiterte und mit leeren Händen dastand.

Mitte der 90er Jahre machte sich der Verein auch modernste Kommunikationstechnik zu eigen. Dank Jörg Walbeck und Mark Wöhrmann können im Internet unter www.vfl05.de weltweit die Geschicke und die Geschichte des Vereins aktuell nachgelesen werden.

Leider muss auch vermeldet werden, dass es ab 1989 keine Jugendabteilung in unserem Verein mehr gab. Erst 1997 wurde ein erfolgreicher Neuaufbau möglich.

Im Jahre 1998 kam es zu erdrutschartigen Neuerungen, die für den Fortbestand des Vereins richtungsweisend waren. Der Geschäftsführer des Ortsrivalen Polizeisportverein Aachen schlug die bahnbrechende Idee der Gründung einer Spielgemeinschaft vor. Ein Novum im Fußballkreis Aachen, aber ein Vorschlag, der den Existenzängsten kleiner Sportvereine Rechnung trug. Natürlich wurde dieser Vorschlag vor allem von langjährigen Vereinsmitgliedern argwöhnisch betrachtet, da man um die Identität des eigenen Klubs bangte. Zudem wurde oft die Spielgemeinschaft einer Fusion gleichgesetzt. So kam es zu hitzigen Diskussionen, zumal sich die beiden Mannschaften nicht gerade besonders grün waren. Am Ende siegte jedoch die Vernunft und unter dem bisherigen PSV-Trainer Leo Pennings ging unter der Bezeichnung PSV/VfL05 ein völlig neues Team in die nächste Saison. Auch die zweite Mannschaft wurde als Spielgemeinschaft geführt. Lediglich die Alten Herren behielten ihren traditionellen Vereinsstatus bei. Als Spielstätte wurde der Sportplatz Steinebrück auserkoren. Es dauerte mehrere Monate, bis sich beiden Seiten zu einer Gemeinschaft zusammenfanden. Ein hilfreicher Punkt dabei war der sportliche Erfolg. Bereits in der ersten Saison konnte ein fünfter Platz erreicht werden. Vor allem Leo Pennings, der immer ein großer Förderer von Kameradschaft war, aber auch dem Geschäftsführer Horst Brendt und dem Vorsitzenden Peter Stüttgen ist es zu verdanken, dass dieses Pilotprojekt erfolgreich fortgeführt wurde. Im zweiten Jahr wurde der dritte Platz belegt und 2001 musste man sich als Vizemeister nur der Reserve von Rhenania Würselen geschlagen geben. Für unseren Verein sehr bedauerlich war die vom Fußballkreis Aachen eingeführte Neugliederung der Kreisklassen, so dass wir als Tabellenzweiter keine Relegationsrunde spielen konnten, da nur der Meister aufstieg. Trotzdem spielte die 1. Mannschaft die bislang erfolgreichste Saison der letzten Jahre. Vor Beginn der Saison 2003/04 wurde vom Hauptvorstand des PSV die Spielgemeinschaft aufgekündigt. Eine Situation, welche die Spieler des PSV zum Anlaß nahmen, sich komplett dem VfL 05 anzuschließen. Leo Pennings gab nach siebenjähriger Tätigkeit sein Traineramt nach der Saison 2004/05 auf eigenen Wunsch auf, blieb aber als Mitglied und Spieler der Alten Herren dem Verein VfL 05 weiter treu.

2006 übernahm die Position des 1. Vorsitzenden Otto Mayer. Auch ansonsten gab es im Vorstand gravierende Veränderungen. Dieses neu zusammengesetzte Gremium führte den Verein auf der durch die Arbeit des vorherigen Vorstandes basierenden guten Grundlage kontinuierlich weiter. Zunehmend wurde neben der sportlichen Situation die Platzbeschaffenheit ein Thema. Der Aschenplatz befand sich in einem immer schlechteren Zustand, so dass Handeln zwingend geboten war. Hierfür war die von der Stadt Aachen mittlerweile favorisierte und praktizierte Umwandlung der Sportanlagen in Kunstrasenplätze die willkommene Gelegenheit. Unter großen Bemühungen der Vereinsverantwortlichen gelang es schließlich nach zähen und aufwendigen Verhandlungen mit Stadt und Politik, den Sportplatz Steinebrück in die Prioritätenliste zur Neugestaltung aufnehmen zu lassen. In der zweiten Hälfte des Jahres 2011 wurde die Anlage dann letztendlich umgewandelt und am 12.11.2011 in einem offiziellen Festakt dem Verein übergeben. Der Sportplatz Steinebrück, der schon immer zu den schönsten Anlagen Aachens gehörte und gehört, erfuhr dadurch eine noch erheblich gesteigerte Aufwertung. Eine Folge davon: weiterer Zulauf nicht nur im Spielbetrieb, sondern auch in den Besucherzahlen. Leo Pennings wurde (nicht erst seit dem Kunstrasen) erneut Trainer der 1. Mannschaft wie auch Geschäftsführer des Vereins. Zielsetzung für den Seniorenbereich war es für die 1. Mannschaft, den Verbleib in der Kreisliga B zu schaffen. Dazu war es erforderlich mindestens Platz 8 zu belegen, was mit dem 6. Platz verwirklicht wurde, da der Fußballverband Mittelrhein eine Neuordnung für diese Spielzeit vorgegeben hatte. Die Neuwahlen des Vorstandes im Jahr 2012 erbrachten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Manfred Scholl, 2. Vorsitzender Richard Schorn, Geschäftsführer Leo Pennings, 1. und 2. Kassierer Berhard Stettner und Heinz-Dieter Schorn, Fußballobmann Jörg Buchty sowie Jugendleiter Gerd Kurth.

In der Saison 2013/14 waren mit einer kompletten Mannschaft und dem Trainer als 3. Seniorentruppe Jungens vom VfB 08 nach Steinebrück gewechselt. Diese spielten derzeit wie die 2. Mannschaft des VfL in der Kreisliga D. Der Vorstand des VfL wurde am 10.10.14 neu gewählt. Der langjährige Gechäftsführer Leo Pennings trat zurück und gab auch seinen Posten als Trainer der 1. Mannschaft auf. Der Vorstand wurde wie folgt besetzt: 1. Vorsitzender Manfred Scholl und 2. Vorsitzender Richard Schorn. Geschäftsführer nun Kubilay Tuglu und Vertreter Markus Amthor. Kassierer weiterhin Bernhard Stettner und Vertreter Fritjoph Rotert. Leiter der Kinder- und Jugendabteilung: Michael Laß. Besitzer: Alexandra Schorn sowie Max Breuer (Lacrosse) und Peter Stüttgen. Kassenprüfer neu: Jörg Buchty und Heinz-Dieter Schorn. Der Ältestenrat wurde bestätigt. Der 1. Mannschaft gelang 2015 der Klassenverbleib in der Kreisliga B und die 3. Mannschaft stieg in die Kreisliga C auf, in der auch die 2. Mannschaft spielte. Auf dem Trainerposten übernahm Benni Eller von Leo Pennings das Ruder. Die Jugendabteilung war in diesem Jahr mit elf Mannschaften bestückt und nahm am Spielbetrieb teil. In zwei Bambinimannschaften tummelten sich zudem rund 30 weitere Kleinstkinder.

Die im Sommer 2015 durchgeführte 30. Aachener Stadtmeisterschaft mit dem Sieger Hertha Walheim zum 110-jährigen Bestehen des Vereins war in jeder Hinsicht ein Riesenerfolg und wurde durch Presse, Teilnehmer und Besucher entsprechend gewürdigt. Ein großes Kompliment an die Hauptorganisatoren und die zahlreichen Helfer, denn die rundum gelungene Veranstaltung ist ihrem großartigen Einsatz für die Sache und den Verein zu danken!

 

 

Unser Sportplatz Steinebrück

 

Aus der Vereins- Chronik ist zu entnehmen, dass unsere Platzanlage Steinebrück in mühevoller Kleinarbeit durch das Engagement vieler Vereinsmitglieder nach vierjähriger Bauzeit im Jahre 1930 zum 25 jährigen Bestehen des VfL 05 feierlich eingeweiht wurde. Umgeben von einer Aschenbahn bildete ein 105 m langer Rasenplatz den Mittelpunkt der Anlage. In den Kurven befanden sich Sprung- und Wurfgruben, und an den beiden Geraden fanden etwa 18.000 Zuschauer auf Sitz- bzw. Stehrängen Platz. Umkleideräume gab es zunächst in Kellerräumen in einem Gebäude auf dem Nachbargrundstück. Toiletten und Duschräume entsprachen den damaligen Anforderungen. Im Laufe der Jahre wurde dieser Sportplatz zur sportlichen Heimat unseres Vereins. Hier lagen sehr oft Freud und Leid, Sieg und Niederlage, Auf- und Abstieg sehr eng beieinander. Unter der jahrzehntelangen Dauerbelastung von Trainings- und Spielbetrieb der Jugend- und Seniorenmannschaften litt der Zustand des Sportplatzes, vor allem der des Rasens, immer mehr. In den siebziger Jahren gedieh der Plan der Stadtväter, eine neue Platzanlage zu bauen, immer mehr. 1980 waren alle Planungen in die Tat umgesetzt und der Sportplatz Steinebrück erstrahlte in neuem Glanz. Aus dem Rasen- wurde zwar ein Aschenplatz, aber dafür erhielten wir neu erbaute Umkleidekabinen mit entsprechend großen Dusch- und Toilettenräumen, Außentoiletten für Damen und Herren, einem separaten Schiedsrichterraum, einem Ball- und Geräteraum sowie einem schönen Schulungsraum. Mit der Besetzung durch die Platzwartin Inge Danch und ihren Mann Manfred, die nach Fertigstellung des Wohnhauses von Siegel nach Steinebrück umzogen, hatten wir einen sprichwörtlichen Glücksgriff getan. Das Ehepaar pflegte die Platzanlage in 15 Jahren genauso wie ihre eigene Wohnung. Darüber hinaus waren sie unserem Verein so verbunden, dass sie noch viele andere Gelegenheiten nutzten, damit sich die Vereinsmitglieder und Gäste auf unserem Sportplatz wohl fühlten. Inge Danch war als "Kompaniemutter" zu sehen, die bei jedem Heimspiel hinter der Getränketheke stand, wobei auch die Damen Trudi Brepols und Hanni Schaefer lobend zu erwähnen sind. Manfred Danch hatte das Erbe des Platzmarkierers nach dem Tod von Josef Brepols übernommen, der ein guter Lehrmeister gewesen sein muss, denn die sprichwörtlich “an der Schnur gezogene” Markierung heimste oft ein bewunderndes Lob von Gastmannschaften und vor allem von Schiedsrichtern ein. Hier kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass dieser Platzaufbau im Fußballkreis Aachen seinesgleichen suchte. Am 01.02.1995 ging Inge Danch im wohlverdienten Ruhestand, was sie und Manfred jedoch nicht davon abhielt, sich für unseren Verein voll einzusetzen und immer zur Stelle zu sein, wenn Not an Mann und Frau war. Hierfür gebührte ihnen der Dank unseres ganzen Vereins.

 

Ab diesem Zeitpunkt wurde die Vereinsführung vom Sportamt der Stadt Aachen in die Pflicht genommen. Wegen der prekären Finanzsituation der Stadt wurde kein neuer Platzwart für Steinebrück eingestellt. Der VfL 05 als Platzverein wurde Hauptmieter für das Wohngebäude und für die Sauberkeit des Umkleidetraktes wie des Klubraumes verantwortlich gemacht. Die Vermietung des Wohngebäudes wurde mit neuem Mietvertrag zwischen den Eheleuten Danch und dem VfL 05 geregelt. Die Pflege der Räume und der Außenanlage um  die Aufbauten herum wurde seitdem durch engagierte Mitglieder und Privatpersonen vorgenommen.

 

Absolut bemerkenswert war auch der unentgeltliche Einsatz einiger Vereinsmitglieder samt Ehefrauen, welche die Bewirtschaftung des Klubraumes nach Trainingsabenden, Freundschafts- und Meisterschaftsspielen ausübten, so dass jeder Euro (damals Mark) in die Vereinskasse floß und den Mitgliedern letztendlich wieder zugute kam.  

 

Bis zum Jahr 2012 machte dies unter anderem für die Alten Herren über bereits rund 20 Jahre die Ehefrau eines AH-Spielers -nämlich Hannelore Schorn- mit wechselnder Zweitbesetzung. Toll, dass es Frauen übernommen hatten und damit in den Kreis der Mitglieder und den Verein integriert waren. Zudem hatte sie sich bereit erklärt und praktizierte es etliche Jahre, auch bei Trainingseinheiten und Spielen der Jugend das Vereinsheim zu betreiben. Dadurch wurde die Kommunikation zwischen Kindern, Eltern und Mitgliedern wie Funktionsträgern wesentlich verbessert und entsprach dem Motto eines familiär geführten Vereins in absoluter Weise.

Familiär auch deswegen, weil sich das Aachener Lacrosse-Team 2012 dem Verein angeschlossen hatte und dies mit dazu beitrug, dass der Verein ein bunteres, breiteres Spektrum darstellte. Die Herrenmannschaft war zum Eintrittszeitpunkt bereits einmal Deutscher Meister und zweimal Vizemeister. Ab 2012 wurde die Thekenbedienung durch Vorstandsmitglieder übernommen, über die Woche war Hannelore Schorn weiterhin präsent.